#18: KI-Doping für smarte Architekten und Business Analysten

101 Dinge, die ich bei KnowGravity lernte, Januar 2026, Rolf Gubser

In der Unternehmensarchitektur arbeiten wir mit verschiedenen Ebenen – Business-, IT- und Technologiearchitektur. Jede beschreibt die zentralen Komponenten, ihre Abhängigkeiten und die Prinzipien ihrer Weiterentwicklung. So entsteht ein strukturiertes Bild des Unternehmens, das zeigt, wie Prozesse, Organisation und Systeme zusammenspielen.

In den letzten Monaten habe ich selbst erlebt, wie wenig Aufwand nötig ist, um KI hier sinnvoll einzusetzen. Sobald grundlegende Beschreibungen von Prozessen, Rollen, IT-Systemen oder technischen Plattformen vorliegen, lassen sich KI-Modelle schnell damit füttern – und plötzlich eröffnen sich ganz neue Perspektiven auf das Unternehmen.

Die Fragen, die man dann mit der KI stellen kann, sind erstaunlich vielfältig:

  • Wo lassen sich Abläufe mit Hilfe von KI verbessern?
  • Welche organisatorischen Schnittstellen verursachen unnötige Reibung?
  • Wie können Systeme harmonisiert oder Redundanzen reduziert werden?
  • Welche Architekturprinzipien sollten geschärft oder konsequenter umgesetzt werden?

Für mich ist KI dabei weniger ein allwissender „Magier“, sondern eher ein kritischer Mitdenker und Gesprächspartner, der sich rasch in ein Thema einarbeiten kann, Muster erkennt und Hypothesen formuliert, die im Tagesgeschäft sonst vielleicht untergehen würden. Gerade im Zusammenspiel mit der Unternehmensarchitektur kann sie helfen, bestehende Strukturen zu hinterfragen, Varianten zu simulieren und Optimierungsideen greifbarer zu machen.

Dabei darf man jedoch nicht vergessen: KI liefert Vorschläge – keine Wahrheiten. So wie auch bei menschlichen Experten müssen Ergebnisse überprüft, kontextualisiert und kritisch bewertet werden. Ebenso entscheidend ist der sorgfältige Umgang mit Informationen: Nicht alles gehört in ein externes Modell. Oft bieten sich deshalb lokale oder unternehmensinterne LLMs an, die sensible Daten sicher verarbeiten können.

Richtig eingesetzt wird KI damit zu einem Werkzeug, das die kontinuierliche Verbesserung von Organisation und Systemen unterstützt – und der Entwicklung des Unternehmens eine spürbar neue Dynamik verleiht.

Siehe auch: